Eine Universität ist kein Freilichtmuseum

Die Aufforderung der Denkmalbehörde, die Fahrradstation und die Sitzbänke auf dem Campus der Uni Kiel zu verlegen, ist realitätsfern.

Der Denkmalschutz ist ein hohes Gut. Schleswig-Holstein ist geprägt von wertvollen Denkmalen, die Zeugnis von Leben, Arbeiten und Wohnen der vergangenen Jahrhunderte geben.

Gewöhnungsbedürftig mag für Manchen sein, dass inzwischen auch moderne Bauten zu den schützenswerten Gebäuden zählen – auch Bauten der 60er und 70er Jahre. So gilt auch das Ensemble der Kieler Universität längst als schützenswertes Gut, zeigt es doch eine für jene Zeit charakteristische Architektur.

Allerdings: Die Gebäude sind belebt, dort wird geforscht und gearbeitet. Und Hilfe geleistet, wie zum Beispiel mittels einer Fahrradwerkstatt neben der Mensa. Studenten helfen dort Studenten, mobil zu bleiben. Hier gilt es Verhältnismäßigkeit zu wahren. Die Begründung, die Werkstatt störe das Ensemble aus der Vogelperspektive, mutet – gelinde formuliert – geradezu skurril an.

Denkmalschutz darf nicht dazu führen, dass Innovationen und modernes Leben nicht mehr stattfinden können. Eine Universität ist kein Freilichtmuseum.

Fazit: Lasst der Fahrradwerkstatt und den Bänken ihren Platz, die paar Kieler Möwen wird es nicht stören, die Studenten wird es freuen.